Die Corona-Krise hat erneut einen Hype um Start-ups geschaffen. Viele Experten glauben, dass Krisen neue Firmen und Ideen hervorbringen. Gerne wird dabei auf amerikanische Beispiele verwiesen, wie AirBnB. Doch was unterscheidet ein Start-up von einer normalen Firma?
Rechtliche Grundlagen
Rein rechtlich muss ein Start-up wie jedes andere Gewerbe angemeldet sein. Wenn sich am Anfang ein paar Freunde zusammensetzen, können sie das noch als GbR machen. sobald es aber um Finanzierungen geht, wird wohl eine GmbH die beste Lösung für die ersten Jahre sein. Erst wenn die Idee eines Start-ups überzeugend und genug Startkapital vorhanden ist, kann sogar über die Gründung einer Aktiengesellschaft nachgedacht werden. Das ist in Deutschland eher selten der Fall.
Ist meine kleine Bäckerei ein Start-up?
Der Begriff Start-up wird in der Regel für Technologiefirmen verwendet. Sie bestehen am Anfang aus einem kleinen Gründerteam, das eine Software oder eine Plattform bis zur Prototyp-Reife entwickelt. Viele sehen in Start-ups Firmen, die zwar mit einer kleinen Idee anfangen, dann aber schnell wachsen. Man spricht bei diesem Wachstum von einer Hockeyschläger-Kurve, die plötzlich steil nach oben geht. Meistens bezieht sich das Wachstum auf Nutzer oder Marktanteile und weniger auf Umsatz oder Gewinn. Bei einem Start-up ist die Geschäftsidee neu und bisher nicht vorhanden. Bei einer Bäckerei müsste diese nicht nur schnell viele Filialen haben, sondern besondere Innovationen mitbringen.
>Wie gründe ich ein Start-up?
Neben den rechtlichen Grundlagen braucht ein Start-up vom Beginn an ein gutes Team. Die meisten jungen Firmen scheitern daran, dass die Gründer nicht zusammenpassen. Nur mit einem Team, bei dem sich die Fähigkeiten der Gründer ergänzen, kann man aus einer Idee ein Produkt oder eine Dienstleistung auf den Markt bringen.
Am Anfang reichen drei oder vier Gründer. Im nächsten Schritt muss ein grober Businessplan geschrieben werden, der vor allem die Geschäftsidee und wie man damit Geld verdienen will darlegt. Außerdem muss es eine grobe Planung geben, wann das Start-up sein Produkt oder seine Dienstleistung öffentlich machen will. Sind finanzielle Mittel notwendig, wird sich das Team auf die Suche nach Unterstützung machen müssen.
Hilfe durch Pitches
Manche VC-Investoren schauen immer noch bei sogenannten Pitches nach Perlen in der Start-up-Szene. Diese werden von verschiedenen Organisationen angeboten. Bei einem Pitch stellt sich das Start-up einer Reihe von Investoren vor. In relativ kurzer Zeit müssen diese davon überzeugt werden, dass sie in das Start-up gewinnbringend investieren können. Manche jungen Firmen haben bis zu zehn solcher Pitches gemacht, bis sie schließlich eine erste Finanzierungsrunde sichern konnten.
Das Ende des Start-ups, der Beginn der Firma
Wenn ein Start-up einen normalen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat und nennenswerte Einnahmen aus dem Verkauf seines Produkts oder seiner Dienstleistung erwirtschaftet, wird es meistens aus der Fürsorge der ersten Investoren entlassen und wie eine normale Firma behandelt.